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Schmuse-Ausbildung für unsere Wildkatze Paulchen, ehemals Lumo

Liebes Tierheim,

gern möchten wir uns mal melden und erzählen, wie es dem kleinen Wildkater Lumo ergangen ist.

Nachdem wir ihn vor ca. 3 Wochen mit nach Hause genommen hatten, haben wir ihn uns einige Tage angeschaut und dann beschlossen, daß er aussieht und sich benimmt wie ein Paulchen. So heißt er nun Paulchen.

Mit viel Geduld machen wir aus unserer schreckhaften Wildkatze einen souveränen Schmusetiger, täglich wird geübt :-)

Zum Glück hatten wir nach Paulchens Einzug bei uns noch Urlaub und viel Zeit, mit dem kleinen Racker den ganzen Tag zu üben. Da ich nicht berufstätig bin, versuche ich seit Urlaubsende meinen Mann tagsüber zu vertreten, abends darf er aber auch wieder ran ans Schmusetraining.

Die ersten 2 Tage saß Paulchen trotz gutem Zureden fast nur unter dem Schrank und hat locker 40 x die Minute Miau gesagt, Tag und Nacht - der arme Kerl!

Wir haben ihn in den ersten Tagen nur im Wohnzimmer gehalten, mit seinem Katzenklo direkt neben dem Schrank. Wir wollten nicht, daß er sich irgendwo im Haus versteckt und wir ihn nicht mehr finden. An unsere Nähe sollte er sich schnellstens gewöhnen.
Vor das Katzenko haben wir Stühle gestellt, damit er sich einigermaßen sicher fühlt. Unsere größte Sorge war, daß er sich nicht auf sein Klo traut und auf den Fußboden macht. Das ist zum Glück nicht passiert.

Mein Mann hat sich erbarmt und in der ersten Nacht auf einer Gästematratze mit Paulchen im Wohnzimmer übernachtet, damit er nicht ganz allein ist. Während dieser Nacht hat mein Mann so gut wie kein Auge zugemacht, da Paulchen auch nachts pausenlos nach seinen Kumpeln gerufen hat.

Ein sehr kleines Stückchen frisch gebratener Lachs (natürlich ohne Salz oder Gewürze), welches wir Ihm am zweiten Abend unter den Schrank geschoben haben, hat das Eis gebrochen. Dabei hat er mich das letzte Mal angefaucht und mit dem 2. kleinen Stückchen vor dem Schrank kam er endlich mal kurz hervor.

Bei den Futterrationen mußte er sich unsere aufdringlichen Annäherungsversuche gefallen lassen. Wir haben das Futter nicht den ganzen Tag stehen lassen, sondern es in kleinen Portionen in unserem Beisein serviert, so ca. alle 2 Stunden (Naßfutter mit warmem Wasser vermischt).
Bei jedem Füttern rutschte der Freßnapf näher an unsere Knie, bis der Napf zwischen unseren Knien stand und es ohne vorsichtiges anfassen kein Futter gab. Hunger hat er immer - ich habe noch nie eine Katze gesehen, die solche Mengen vertilgen kann! Zur Zeit frißt er ca. 400 g Katzenkinderfutter je Tag. Wir lassen ihn fressen, soviel er möchte, damit er schnell wächst, bevor er kastriert werden muß. Wir haben ihn nun gute 3 Wochen bei uns und den Eindruck, er ist in dieser Zeit ein Stückchen gewachsen und hat auch an Gewicht zugelegt.

Etwas zu denken gab mir die Anmerkung meines Bruders: "Paß auf, du willst Dir doch kein Monster ranziehen! Ab 50 Kilo hat er immer recht …"
Aber bis 50 kg Körpergewicht haben wir noch etwas Zeit. Und keine Sorge, eine dicke, kranke Katze wollen wir auch nicht, da passen wir schon auf.

Auf extra gekaufte Katzen-Leckerchen haben wir bewußt verzichtet, da wir glauben, daß diese Leckerchen nicht wirklich gesund für die Katzen sind.
Hochwertiges Katzen- oder Kitten-Futter aus dem Tier-Fachgeschäft reicht aus, um die Freundschaft zu festigen und eine gesunde Katze zu haben.

Am schnellsten erlangt man Vertrauen über spielen, auch bei älteren Katzen. Da ist man mit der Katze in engem Kontakt, aber die Katze selbst fühlt sich nicht im Vordergrund und bedrängt.

Was scheue Katzen nicht mögen: laute und hektische Kinder! Da kommen sie nicht unter dem Schrank hervor, da muß man sich mit den Kindern etwas einfallen lassen …

Paulchens Lieblingsspielzeug ist ein kleiner runder Tannenzapfen, den wir an eine ca. 2 m lange Paketschnur gebunden haben. Der Zapfen wird geworfen und dann mit der Schnur zu uns zurück gezogen, mal langsam, mal schnell. Dabei passen wir immer auf, ihm nicht weh zu tun, wenn er in die Schnur beißt.

Die Schnur und den Tannenzapfen haben wir mit Absicht immer wieder auf seinen Körper fallen lassen, damit er sich an Berührungen gewöhnt. Dabei ist immer mal "zufällig" eine Hand ganz vorsichtig auf seinem Rücken gelandet. Zunächst hat er sich jeweils erschrocken und ist dann schnell weggerannt. Beim Spielen hat er auch stets sicher gestellt, daß ein Stuhl oder Hocker zwischen ihm und uns vorhanden war, hinter dem er sich auch beim Spielen in Sicherheit bringen konnte.

Wenn wir wollten, daß er uns von einem Zimmer ins andere folgt oder unter dem Schrank / Bett rauskommt, haben wir einfach den Zapfen hinter uns hergezogen und so funktioniert der "Katzentransport" bis heute wunderbar.

Und als er so richtig müde war, auf weichen Kissen in der Sonne eingerollt, kam oft die aufdringliche Hand um die Ecke, nur solange, bis er aufstehen und weglaufen wollte. Da haben wir unsere Hand immer schnell weggezogen, so daß er nicht weglaufen mußte.

Das haben wir gemacht, bis er zu müde war wegzulaufen und die Berührungen geduldet hat. Nach dem 3. Tag (je mindestens 8 Stunden intensives spielen, füttern und berühren) fing er beim vorsichtigen Rücken streicheln sogar leise an zu schnurren - und nicht nur mein Mann war ganz glücklich :-)

Währenddessen und während aller anderen Dinge haben wir ihm stets versichert, was er doch für ein toller kleiner Kerl ist und daß er keine Angst haben muß und nicht wegzulaufen braucht etc.
Immer bevor wir ihn berühren, sprechen wir ihn an, damit er sich nicht erschreckt. So hat er auch unsere Stimme kennen gelernt und weiß, wer sich ihm nähert. Wenn er fest schläft, stören wir ihn nicht, das würde uns Menschen schließlich auch nicht gefallen!

Irgendwann haben wir dann ein bißchen unter dem Bauch anfassen und ein paar Zentimeter Hochheben geübt, das hat er anfangs nur beim Fressen erlaubt.

Auch der Transport von unserem Urlaubsort in E. bei meinen Eltern zurück nach M. verlief einigermaßen streßfrei.

Durch das Spielen mit dem Tannenzapfen geübt mußten wir den Zapfen (ohne Seil) nur in seine Transportbox werfen und er ist hinterher gesprungen und hat darin mit dem Zapfen gespielt.

Damit er sich vor der Transportbox nicht fürchtet, haben wir sie die ganze Zeit mit offener Tür im Wohnzimmer stehen gelassen. Dort hinein hat er sich oft gerettet, hier gab es ein Kissen und eine kleine kuschelige Schmusedecke. Wenn er dort drin war, haben wir ihn nicht belästigt, hier sollte er sich sicher fühlen dürfen, so wie auch unter dem Schrank.

Die anderen Zimmer haben wir ihn erst entdecken lassen, eins nach dem anderen, nachdem er etwas mutiger geworden war.

Er selbst hat sich durch die dann erst geöffnete Zimmertür getraut und ganz langsam mal hier und da geschaut, sich aber immer wieder ins Wohnzimmer unter den Schrank geflüchtet.

Etwas Herzklopfen hatten wir schon am Abreisetag (nach 1 Woche in E.), ob das klappt mit dem Einsperren in die Transportbox. Und es hat super geklappt! Im Gegensatz zu der Reise von Beuern nach E. hat er auf dieser Reise anfangs sehr miaut und er war in der Transportbox eingesperrt sehr unglücklich. Zum Glück konnte ich ihn beruhigen, indem ich ihm gut zugeredet und ihn durch das Gitter gestreichelt habe. Das hat er mir trotz (oder wegen) der stressigen Autofahrt gestattet, er hat mir seinen Rücken immer wieder an das Gitter gedrückt, damit ich ihn berühren konnte.

Nach dem Hochheben stand Herumtragen auf dem Lehrplan und auf den Schoß setzen mit sitzen bleiben, dabei hat er lautes Schnurren kultiviert.

Diese Lektionen sind morgens mit vollem Bauch am besten, dann ist er müde von der vielen Arbeit die ganze Nacht hindurch, die er unsere Wohnung nach Mäusen durchsucht (leider gibt es hier keine, aber das Fangen kann er ja schon mal mit Spielzeug üben).

Wenn er in ein paar Wochen nach dem Kastrieren erst mal raus in den Garten darf, sind wir uns sicher, haben die Mäuse nichts mehr zu lachen, da räumt er dann ordentlich auf.

Was wir ihm nicht beibringen mußten, ist sein Katzenklo ordentlich zu benutzen und uns gegenüber keine Krallen einzusetzen, darüber sind wir sehr froh. Das weiß er von ganz allein und bisher ist es nur passiert, daß er mich versehentlich beim wilden Spielen oder Panik beim ersten Hochheben so erwischt hat, daß meine Hand geblutet hat. Aber das war nicht so schlimm und wir haben einfach etwas weniger wild weiter gespielt bzw. er hat gemerkt, daß Hochheben auch etwas Spannendes sein kann.

Für alle Übungen gibt er das Tempo vor, wir zwingen ihn zu nichts. Wenn er nicht möchte, muß er nicht und er darf immer gehen. Wenn er sich verstecken möchte, darf er das und nach kurzer Zeit kommt er wieder von selbst hervor (der Tannenzapfen an der Schnur ist im Notfall die Geheimwaffe).

Wir versuchen ihn nur immer wieder mit viel Geduld (und vielen Wiederholungen) von den Vorteilen unserer Wünsche zu überzeugen und meist gibt er uns nach einer Weile recht und macht schön mit. Auch bei den Dingen, die wir nicht möchten wie z. B. an Gardinen spielen, auf Tische klettern oder an Tapeten oder Teppich kratzen. Da erkennt er an unserer Stimmlage und an unserem Hände klatschen, daß das nichts Gutes ist. Inzwischen läuft er beim Tadeln nicht mehr weg sondern antwortet mit einem Miau.

Nach genau 10 Tagen, nachdem wir ihn aus dem Tierheim geholt hatten, hat er mir von sich aus seinen Bauch zum Streicheln hingedreht, das klappt bis heute - siehe aktuelles Foto anbei.

Ich hatte so etwas vor einigen Jahren mal in der Werbung gesehen und dachte immer, dafür hätten sie der Katze irgendein Beruhigungsmittel gegeben …
Nun haben wir tatsächlich auch so ein Tierchen :-)

Die Ausbildung sieht noch vor, daß er weniger schreckhaft ist, gern ins Bett kommt und Besucher cool empfängt.

Wir sind sicher, das kriegen wir auch noch hin. Schließlich hat uns ein ein tapferes, kluges und recht neugieriges Katerchen ausgesucht → so scheu er im Tierheim auch war, er hat an den Schuhen meines Mannes geknabbert, deswegen haben wir IHN mitgenommen.

Als Ergänzung zu unserer "Anleitung" gibt es bei Youtube einige Videos mit guten Tipps, z. B:

https://www.youtube.com/watch?v=CiQ4fmEC8ko

https://www.youtube.com/watch?v=apUkk5d9Jjg

https://www.youtube.com/watch?v=UXKs5wQ-1vI

https://www.youtube.com/watch?v=4of6iSDotiU

Wir haben die Videos zufällig erst angeschaut, nachdem wir Paulchen schon sehr zutraulich gemacht hatten.

Auf Eurer Homepage haben wir gesehen, daß Ihr immer wieder wilde kleine Katzen bekommt und wir hoffen, mit der Beschreibung unserer Schmuseschule anderen Interessenten Mut zu machen, auch eine scheue Katze mitzunehmen. Das muß keine kleine Katze sein, das funktioniert auch mit älteren Katzen, die Zähmung kann natürlich auch etwas länger dauern.

Unsere alte Katze, die uns 11 Jahre lang vor Paulchen begleitet hat (und wegen Nierenversagen nach vielen Wochen Pflege leider eingeschläfert werden mußte), war schon ca. 3 Jahre alt, als wir sie bekamen. Jede Katze hat andere Erfahrungen gemacht und ist vom Wesen her etwas anders als unsere Katze.

Die Hauptzutat für eine verschmuste Katze ist Geduld und das Eingehen auf die Bedürfnisse des Tieres. Wenn man das Tier beobachtet - auch ein erwachsenes sehr scheues Tier zu zähmen ist uns schon gelungen -, merkt man, was es braucht oder was es nicht möchte. Jede Katze verzehrt sich nach Berührung, sie muß nur erst Vertrauen zu ihren Menschen haben!

Katzen haben schließlich ihren eigenen Kopf, dafür mögen wir sie und es ist sehr schön, wenn man von einer so unabhängigen und bezaubernden Kreatur immer wieder überrascht wird.

Unsere Geduld hat sich wirklich gelohnt, heute können wir ihn jederzeit auf den Schoß nehmen, herumtragen, in die Transportbox setzen. Zu 95 % bleibt er auf dem Schoß liegen,wir dürfen ihn überall anfassen, auch den Mund aufmachen und reinschauen und meist schnurrt er dabei laut und genußvoll :-)

Viele herzliche Grüße

(auch an die Frau, die tolle Arbeit leistet, indem sie ehrenamtlich von Käfig zu Käfig geht, um die Katzen durch schmusen und spielen an Menschen zu gewöhnen) -

Susanne und Olaf aus M.

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