Tierquälerei in Melsungen

Strafbare Grausamkeit – und die Kosten muss das Tierheim tragen

Der jüngste Vorfall an der Zweipfenningsbrücke ist nicht nur erschütternd, sondern ein klarer Fall von strafbarer Tierquälerei - wie auch die Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet hat.

Eine Katze wurde in eine verschlossene Plastiktüte gesperrt, mit Klebeband fixiert und zusätzlich an einer Parkbank befestigt – offenbar mit dem Ziel, das Tier qualvoll verenden zu lassen.

Nur durch Zufall hörten Mitarbeiter des Bauhofs das verzweifelte, panische Maunzen und konnten eingreifen. Die Feuerwehr befreite das völlig verängstigte Tier und brachte es in unser Tierheim. Dort wurde die Katze, von unseren Tierpflegern „Missy“ genannt, zunächst versorgt.

Was dann folgte, macht das Ausmaß dieser Tat noch erschütternder: Bei der tierärztlichen Untersuchung wurden mehrere Tumore im Bauchbereich, am After sowie an den Lymphknoten festgestellt. Einige dieser Tumore waren bereits aufgeplatzt - offene, entzündete Wunden, die dem Tier unerträgliche Schmerzen bereiteten. Missy muss über längere Zeit hinweg massiv gelitten haben - um dann allein und verängstigt einfack zum sterben entsorgt zu werden. Der Gesundheitszustand war so schlecht, dass Missy letztlich eingeschläfert werden musste – allein, in einer fremden Umgebung, ohne ihre Bezugspersonen.

Das hat kein Lebewesen verdient.

Was hier geschehen ist, ist kein Kavaliersdelikt. Wer ein Tier auf diese Weise aussetzt oder misshandelt, verstößt massiv gegen das Tierschutzgesetz und macht sich strafbar. Es handelt sich um eine bewusste Handlung, die Leid, Angst und einen qualvollen Tod billigend in Kauf nimmt.

Doch neben der moralischen Verwerflichkeit hat dieser Fall auch eine andere, oft verdrängte Dimension: die finanziellen Folgen.

Die Versorgung solcher Tiere verursacht erhebliche Kosten – für tierärztliche Untersuchungen, Behandlungen, Unterbringung, Futter und Personal. Diese Kosten werden nicht vom Täter getragen, sondern von der Allgemeinheit – und in besonderem Maße von uns als ohnehin finanziell stark belastetem Tierheim.

Jeder einzelne dieser Fälle verschärft unsere ohnehin angespannte Situation. Ressourcen, die dringend für andere Tiere benötigt werden, werden durch solche verantwortungslosen Taten zusätzlich gebunden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen ihre Verantwortung abgeben – und die Gesellschaft die Konsequenzen tragen muss.

Dabei gilt klar: Wer sein Tier nicht mehr halten kann, muss es nicht heimlich aussetzen oder grausam „entsorgen“. Tierheime stehen als Anlaufstelle zur Verfügung. Auch wir nehmen Tiere nach vorheriger Anfrage und sofern Kapazitäten vorhanden sind auf und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Ein solches Vorgehen ist der einzig verantwortungsvolle Weg – alles andere ist inakzeptabel.

Wir fordern daher:

  • Konsequente Strafverfolgung solcher Taten
  • Mehr Verantwortungsbewusstsein von Tierhaltern
  • Klare gesellschaftliche Ächtung von Tierquälerei

Gleichzeitig bitten wir die Bevölkerung um Mithilfe: Wer Hinweise zu dieser Tat oder zur Herkunft der Katze geben kann, wird dringend gebeten, sich zu melden.

Mit unserer Kampagne „Catback“ bieten wir zudem weiterhin die Möglichkeit, Tiere kostenlos chippen und registrieren zu lassen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Halter zu ermitteln und Verantwortung einzufordern.

Tierquälerei ist kein Randproblem – sie ist ein gesellschaftliches Versagen. Und sie darf nicht länger folgenlos bleiben.